Lexikon

AMA

Agrarmarkt Austria

Die AMA ist Zahlstelle im Namen und auf Rechnung des BMLFUW und daher mit den Funktionen wie Bewilligung, Kontrolle, Auszahlung und Verbuchung betraut.

Die Rolle der Bewilligenden Stelle kommt der AMA bei (trans-)nationalen Kooperationen im Bereich von LEADER zu.

BMLFUW

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft

Das BMLFUW wird auch "Ministerium für ein lebenswertes Österreich" genannt.

Das BMLFUW ist in Österreich die oberste Instanz für den ELER-Fonds und damit für die LEADER-Förderschiene.
Es hat die Rolle der Verwaltungsbehörde inne und ist somit für die effiziente, wirksame und ordnungsgemäße Vewaltung und Durchführung des Programms LE 14-20 verantwortlich.
Operativ ist die Abteilung II/9 (Bildung, Innovation, Lokale Entwicklung und Zusammenarbeit) für LEADER zuständig.

BST

Bewilligende Stelle

Die von der LAG für die LEADER-Förderung (inhaltlich) ausgewählten Projektanträge gehen an die LEADER-verantwortliche Landesstelle (LVL = Abt. 4a/Abteilung für Agrar- und Veterinärwesen beim Amt der Bgld. Landesregierung). Die LVL ist - je nach Vorhaben - selbst für die Bewilligung zuständig oder teilt die Anträge einer anderen Bewilligenden Stelle am Land oder beim Bund zu. 

Die Bewilligende Stelle erfüllt folgende Aufgaben:

  • Entgegennahme der Anträge
  • Beurteilung der Vorhaben
  • Entscheidung
    • über die Föderungsanträge
    • über die Zahlunsanträge und damit Auszahlung
  • Verwaltungskontrolle zu den Föderungs- und Zahlungsanträgen

Im Burgenland fungiert im Auftrag des Landeshauptmannes die LVL selbst als Bewilligende Stelle für alle LEADER-relevanten Vorhabensarten (außer für Kooperationen):

  • VHA 19.1.1 "Erstellung der Lokalen Entwicklungsstrategie"
  • VHA 19.2.1 "Umsetzung der Lokalen Entwicklungsstrategie"
  • VHA 19.3.1 "Umsetzung von (Trans-)nationalen Kooperationsprojekten" (BST = Agrarmarkt Austria)
  • VHA 19.4.1 "LAG-Management und Sensibilisierung"

ELER

Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums

Der ELER-Fonds beabsichtigt die Stärkung der ländlichen Gebiete.

Im Einklang mit EUROPA 2020 und den allgemeinen Zielen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) wurden drei langfristige strategische Ziele für die EU-Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums 2014–2020 festgelegt:

  • Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft,
  • Gewährleistung der nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen sowie Klimaschutz und
  • ausgewogene räumliche Entwicklung der ländlichen Wirtschaft und der ländlichen Gemeinschaften, einschließlich der Schaffung und der Erhaltung von Arbeitsplätzen.

Von 2014-2020 stehen dem Burgenland 14 Mio an LEADER-Mitteln aus den ELER-Fonds zur Verfügung.

GÖTEBORG-STRATEGIE

EU-Priorität zur nachhaltigen Entwicklung

Um den Wohlstand nachhaltig zu steigern und die Lebensbedingungen für die heutigen und künftigen Generationen zu verbessern, stellt die Europäische Union eine langfristige Strategie auf, mit der sich die verschiedenen politischen Strategien in Einklang bringen lassen, deren Ziel eine umwelt-, wirtschafts- und sozialpolitisch nachhaltige Entwicklung ist.

Definition aus www.europa.eu

LAG

Lokale Aktionsgruppe

Eine LAG ist eine lokale Aktionsgruppe, die für nachhaltige Regionalentwicklung im Sinne von LEADER verantwortlich ist. Derart erstellt sie eine Regionsstrategie und steuert deren Realisierung.

Jede LAG muss aus einer ausgewogenen und repräsentativen Gruppierung von Partnern aus unterschiedlichen sozio-ökonomischen Bereichen des jeweiligen Gebiets bestehen.

Die LAG "südburgenland plus" umfasst die Bezirke Oberwart, Güssing und Jennersdorf und ist als Verein organisiert.  Sie umfasst als öffentliche Mitglieder rund 70 Gemeinden und als private Mitglieder unzählige Akteure und Organisation aus (Land-)Wirtschaft, Tourismus, dem Bildungs-, Sozial oder Kulturbereich. Die LAG "südburgenland plus" vertritt ca. 90.000 Einwohner.

LE

Ländliche Entwicklung

LEADER

Liasions Entre Actions de Developpement de l´Economie Rurale

Der Begriff LEADER als Abkürzung von 6 französischen Wörtern bedeutet übersetzt "Die Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der Wirtschaft im ländlichen Raum".

LEADER = EU-Förderschiene im Rahmen des ELER

Mit der LEADER-Förderschiene fördert die EU die Entwicklung der traditionell benachteiligten Wirtschaft in ländlichen Gebieten, fernab von Ballungsräumen. Die LEADER-Förderung soll die lokale Wirtschaft stärken, neue Arbeitsplätze schaffen und damit eine weitere Abwanderung verhindern. Weiters soll sie Natur- und Kulturlandschaft erhalten und das Sozialgefüge stärken.

Die LEADER-Förderung ist ein Zuschuss zu anrechenbaren Kosten für Investition, Sach- und Personalaufwand.

LES

Lokale Entwicklungsstrategie

Die Förderschiene LEADER unterstützt die Akteure des ländlichen Raums dabei, Überlegungen über das Potenzial ihres Gebietes in einer längerfristigen Perspektive anzustellen. Aufbauend auf einer Stärken- Schwächen-Chancen-Risiken-ANALYSE entsteht derart eine Regionsstrategie für 7 Jahre. Entwicklung nach Plan also.
Damit das Strategiepapier auch umgesetzt wird, dafür sorgen neben dem finanzielle Anreiz aus dem LEADER-Fördertopf ein eigenes Regionsmanagement mit Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit.

LISSABON-STRATEGIE

EU-Priorität für Wachstum und Beschäftigung

Im März 2000 verständigten sich die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten im Rahmen des EU-Gipfeltreffens in Lissabon über folgende Zielsetzung: „Bis 2010 soll die Europäische Union zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt werden, einem Wirtschaftsraum, der fähig ist, ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und einen größeren sozialen Zusammenhalt zu erreichen.“

Im Jahr 2001 wurde dieses Ziel durch den Europäischen Rat von Göteborg um die Dimensionen Umwelt und nachhaltige Entwicklung ergänzt.

LVL

LEADER-verantwortliche Landesstelle

Die Rolle der LVL kommt im Burgenland folgender Abteilung zu: Abteilung 4 – Ländliche Entwicklung, Agrarwesen und Naturschutz.

NETZWERK LAND

Servicestelle zur optimalen Umsetzung des ELER

Zur optimalen Umsetzung des "Grünen Paktes" wurde das "Netzwerk Land" als Servicestelle eingerichtet. Mithilfe dieser Drehscheibe werden der Austausch von Erfahrung und Fachwissen erleichtert, Best Practice-Beispiele gezeigt und neue Kooperationen angeregt. Netzwerk Land besteht aus drei Partnerorganisaton: dem Agrar.Projekt.Verein (APV), dem Umweltdachverband (UWD) und der ÖAR RegionalberatungsGmbH. Im Rahmen des Vernetzungsauftrags ist der APV für den Bereich Land- und Forstwirtschaft und die Gesamtkoordination zuständig, der UWD für ÖPUL und Umwelt, die ÖAR für die Themen Lebensqualität und Diversifizierung ländlicher Räume sowie für LEADER.

PHASING OUT

Ziel1 - Nachfolgeprogramm

Um die Wirtschaftskraft des Burgenlands anzuheben, war bereits zum Zeitpunkt des EU-Beitritts klar, dass das östlichste Bundesland Östereichs in den Genuss der lukrativen Ziel1-Förderungen kommen wird. Kein Gebiet kann aber auf Dauer am Fördertopf hängen. Die hohen Förderungen werden im Burgenland bald Geschichte sein. In der vergangenen 3. EU-Förderperiode (2007-2013) fand sich das Burgenland daher als Art Übergangsphase im sogenannten "Phasing Out". 

Das Phasing Out-Programm umfasste zwei Förderfonds:

  • EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung)
  • ESF (Europäischer Sozialfonds)

Dem Burgenland standen im Rahmen des Phasing Out-Programms 444 Millionen Euro zur Verfügung. Der kleinere Teil davon war vom Land aufzubringen (114 Mio Euro). 153 Millionen kamen vom Bund und 177 Millionen Euro steuerte die EU bei.

Publizität

Informieren der Öffentlichkeit

Der Förderwerber hat durch geeignetes Publizitätsmaterial (Hinweisschilder, Plakate, Aufkleber etc.) insbesondere auf den Beitrag der EU zur Verwirklichung des geförderten Vorhabens aus Mitteln des ELER hinzuweisen.

SVL

Schwerpunktverantwortliche Landesstelle

In jedem Bundesland gab es für die EU-Periode 2007-2013 für die Abwicklung von ELER/LEDER eine sogenannte Schwerpunktverantwortliche Landesstelle. Als Teil der Bewilligenden Stelle hatte die SVL folgende Aufgaben zu erfüllen:

  • Entgegennahme der Anträge
  • Prüfung der eingereichten Anträge auf Kohärenz mit dem Österreichischen Programm für die Entwicklung des ländlichen Raums 2007-2013.
  • Zuteilung des Antrages an eine von der Zahlstelle mit der Funktion der Bewilligung betrauten Stelle auf Bundes- oder Landesebene bzw. fördertechnische Bearbeitung innerhalb der SVL, falls diese selbst für die Bewilligung zuständig ist. 

Im Burgenland fungierte die Abteilung für Agrar- und Veterinärwesen (Abteilung 4a) als verantwortliche Abwicklungsstelle für ELER/LEADER.

SWOT

strenghts-weaknesses-opportunities-threats

Die vier Begriffe heißen übersetzt: Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken.
Die "Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Analyse" (kurz SWOT-Analyse) ist ein zentrales Instrument in der strategischen Weiterentwicklung von Dörfern, Städten oder Regionen. Sie bringt Potenziale und Defizite zu Tage und beleuchtet gleichzeitig aussichtsreiche Entwicklungen/Trends oder bedrohliche Gefahren.
Daraus lassen sich maßgeschneiderte zukunftsträchtige Entwicklungswege für die analysierten Räume ableiten.
Sämtliche LEADER-Regionsstrategien basieren auf einer umfassenden SWOT-Analyse.

VHA

Vorhabensart

ZAHLSTELLE

Die Funktion der Zahlstelle im Rahmen der Abwicklung der ELER-Förderungen hat die Agrarmarkt Austria (AMA) inne. D.h. sie ist die Stelle, die zahlt - im Sinne von "auszahlen" der Förderungen an die Förderwerber auf Basis nachgewiesener getätigter Ausgaben und Leistungen in einem genehmigten Projekt. 

Damit sie auch guten Gewissens auszahlen kann, erlässt die AMA in dieser Rolle Arbeitsanweisungen an die im ELER-Verwaltungs- und Kontrollsystem tätigen Einrichtungen. Damit kann sie sicher gehen, dass das von ihr angewiesene Geld im Sinne der EU und des BMLFUW optimal eingesetzt wird.

Warum die AMA?
Die Agrarmarkt Austria hat eine lange Tradition in der Abwicklung diverser Landwirtschaftsförderungen. Mit Beginn der Förderperiode 07-13 wurde ihr für das gesamte ELER-Programm die Funktion der Zahlstelle übertragen.

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